Der Begriff Achtsamkeit (engl. mindfulness) stammt ursprünglich aus der buddhistischen Tradition und ist die Übersetzung des Pali-Wortes „sati“. Er wir in einem der Kerntexte über Achtsamkeit, dem Satipatthana Sutta genauer beschrieben und umfasst Aspekte wie Aufmerksamkeit, Bewusstheit und Erinnerung.
Achtsamkeit ist einerseits eine umfassende Einstellung zum Leben, andererseits aber auch ein momentaner geistiger Zustand der Wachheit und so eine Art zu Sein. Achtsamkeit ist das Erinnern an eine Aufmerksamkeit, sich immer wieder neu auf den gegenwärtigen Moment (statt auf die Vergangenheit oder die Zukunft) zu besinnen und all die verschiedenen Phänomene darin wahrzunehmen. Es geht darum, die augenblicklichen mentalen, emotionalen und physischen Zustände aufmerksam zu erkennen und sie zu belassen, wie sie gerade sind, auch wenn sie uns nicht gefallen. Ziel ist es, sämtliche Erfahrungen anzunehmen und mit ihnen auf freundliche und konstruktive Art und Weise umzugehen. Das Problem dabei ist meistens, dass „wir einfach nicht aufmerksam genug [sind], um zu bemerken, dass wir nicht aufmerksam sind.“ (M. H. Gunaratana)
Betrachten wir die verschiedenen physischen und psychischen Zustände, ohne sie zu bewerten, nehmen wir immer mehr auch ihre Vergänglichkeit wahr. Das Erkennen ihrer eigentlichen Natur führt dazu, dass wir uns weniger mit ihnen identifizieren. „Glaube nicht alles, was du denkst“, ist das Credo einer achtsamen Perspektive.
Achtsamkeit wird in der formellen Praxis der Meditation trainiert, aber vor allem auch auf den Alltag übertragen. Somit wird Achtsamkeit zu einer philosophischen Seinsweise: Jeder Moment im Leben – ein Gespräch, eine Mahlzeit, das Duschen oder der Wind auf der Haut – kann zu einer achtsamen Erfahrung werden.
Das von Jon Kabat-Zinn entwickelte 8-Wöchige MBSR-Programm (Mindfulness-Based Stress Reduction ) ist der Klassiker unter den Achtsamkeitstrainings und wurde seit der Entstehung in den späten 70iger Jahren in der Massachusetts Medical Scool fortwährend durch wissenschaftliche Studien begleitet.
Ziel war es für Kabat-Zinn von Anfang an, einen besseren Umgang mit Stress und mehr Gelassenheit und innere Ruhe zu kultivieren, die emotionale und körperlichen Gesundheit zu verbessern sowie die Selbstwahrnehmung und Selbstfürsorge zu stärken.
So zeigen Untersuchungen einen starken Zusammenhang zwischen Achtsamkeit und einer verbesserten psychischen Gesundheit in den Bereichen wie emotionaler Regulierung und Konzentration, Stärkung des Immunsystems, Reduzierung von Stress- und Angstzuständen und Depressionen.
Achtsamkeit macht uns vereinfacht gesagt resilienter.
Das ist vor allem vor dem Hintergrund, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Stress als eine der größten gesundheitlichen Risikofaktoren des 21. Jahrhunderts betrachtet, eine wichtige Information. Auch eine neuere weltweite Erhebung aus den Jahren von 2018 bis 2024 bezeichnet Stress als das größte nationale Gesundheitsproblem. Chronischer Stress kann zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen, darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Depressionen, Burnout und Immunschwäche.
Achtsamkeit bedeutet wach zu bleiben. Es bedeutet zu wissen, was du gerade machst.
– Jon Kabat-Zinn –